Die Welt im Müll
Eine globale Analyse der getrennten Sammlung von Haushaltsabfällen, Recyclingquoten und der dringenden Notwendigkeit zu handeln.
Jährlich erzeugt die Weltbevölkerung eine unvorstellbare Menge an festem Siedlungsabfall (MSW):
2,01
Milliarden Tonnen
Ohne entschlossenes Handeln wird diese Zahl bis 2050 voraussichtlich auf 3,4 Milliarden Tonnen ansteigen.
Wohlstand und Abfall
Die Abfallmenge pro Person hängt stark vom Einkommensniveau eines Landes ab. Wohlhabendere Nationen produzieren deutlich mehr Müll, haben aber auch fortschrittlichere Entsorgungssysteme.
Dieses Diagramm zeigt, dass Bürger in Hocheinkommensländern im Durchschnitt mehr als viermal so viel Abfall erzeugen wie Menschen in Niedrigeinkommensländern.
Wo wird Mülltrennung praktiziert?
Die getrennte Sammlung ist der erste Schritt zum Recycling. Ihre Verbreitung ist weltweit sehr unterschiedlich und konzentriert sich auf Länder mit hohem und mittlerem Einkommen.
Diese konzeptionelle Karte zeigt, dass umfassende Mülltrennungssysteme hauptsächlich in den reichsten Regionen der Welt etabliert sind.
Zwei Welten der Abfallbehandlung
Die Art und Weise, wie Abfall entsorgt wird, ist ein Spiegelbild der wirtschaftlichen Entwicklung. Während reiche Länder auf Recycling und Energiegewinnung setzen, landet der Abfall in armen Ländern meist unkontrolliert auf Deponien.
Hocheinkommensländer
Über 50% des Abfalls werden recycelt oder kompostiert. Ein signifikanter Teil wird zur Energiegewinnung verbrannt.
Niedrigeinkommensländer
Über 90% des Abfalls landen auf oft offenen und ungesicherten Deponien, mit minimalem Recycling.
Die Recycling-Meister
Einige Länder haben beeindruckende Recyclingquoten für Siedlungsabfälle erreicht und dienen als Vorbilder für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.
Deutschland führt die Liste an und zeigt, was durch konsequente Mülltrennung, Pfandsysteme und gesetzliche Rahmenbedingungen möglich ist.
Was werfen wir weg?
Die globale Abfallzusammensetzung wird von organischen Materialien dominiert. Kunststoffe machen zwar einen kleineren Gewichtsanteil aus, sind aber aufgrund ihrer Langlebigkeit besonders problematisch.
Fast die Hälfte unseres Abfalls ist biologisch abbaubar und könnte kompostiert werden, anstatt Deponien zu füllen.
Der Weg in die Zukunft: Die Abfallhierarchie
Um die Müllkrise zu bewältigen, müssen wir Prioritäten setzen. Die effektivsten Maßnahmen sind die, die Abfall von vornherein vermeiden.
1. Vermeiden (Reduce)
Die beste Lösung: Konsum reduzieren, langlebige Produkte wählen.
2. Wiederverwenden (Reuse)
Produkte und Materialien so oft wie möglich wiederverwenden.
3. Recyceln & Kompostieren
Materialien zu neuen Produkten verarbeiten.
4. Energetische Verwertung
Abfall zur Strom- oder Wärmeerzeugung verbrennen.
5. Beseitigung (Deponie)
Die letzte und schlechteste Option.
Die Folgen für unseren Planeten
5-10%
der globalen Treibhausgasemissionen stammen aus dem Abfallsektor, hauptsächlich Methan von Deponien.
>11 Mio.
Tonnen Plastik gelangen jedes Jahr in die Ozeane, eine Zahl, die sich bis 2040 verdreifachen könnte.
1/3
aller weltweit produzierten Lebensmittel wird verschwendet, was enorme Ressourcen vergeudet und Emissionen verursacht.
